Gipfelstürmer - 26.1.2020

Im Touristenbüro klingt alles ganz einfach: neben der Gondel, die den Berg hinauffährt, einfach rechts den Weg nehmen. Der Weg ist steinig, wie Stufen führen dicke Steine nach oben. Bereits nach 15 Minuten merken wir: dieser Weg ist nicht einfach. Die Sonne brennt auf den Nacken, in den Waden zieht es der Wind pfeift. Das Ziel, die Spitze des Berges ist noch weit entfernt. Zum Glück haben wir Wasser dabei – im Rucksack.

Ein Pfad geht in den anderen über. Die letzten dreihundert Meter sind anstrengend, 70 Grad Steigung. Das Wasser wird knapp, die Kräfte lassen nach. Wann ist endlich die Spitze des Tafelberges in Kapstadt erreicht. Wir fragen entgegenkommende Touristen: „Maximal noch 15 Minuten“, sagen sie. Wir, mein Sohn Jacob und ich, wir können nicht mehr. Dann endlich, die letzte Schneise zwischen Felsen: 100 Meter im Schatten, dann Sonne, wir sehen sie schon. Sie wird unsere Haut wärmen, uns Licht spenden. Wir hoffen darauf. Nochmal alle Kraft zusammen genommen, und tatsächlich, wir schaffen es.

Zusammen gehen wir Hand in Hand in die Sonne und wir haben den Tafelberg bestiegen. Nicht mit der Seilbahn, sondern zu Fuß. Aus dem Schatten ins Licht. Die Sonne bringt Hoffnung, schenkt uns Kraft und Wärme. Aus dem Schatten ins Licht – eine Erfahrung, die ich ab und zu im Leben mache. Aber diese Wandererfahrung auf den Tafelberg macht Mut. Jesus sagt: „Ich bin als Licht in die Welt gekommen, auf dass, wer an mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibe.“ (Johannes 12,46)

Für den Rückweg bergab haben wir die Seilbahn genommen. Es war schon spät am Nachmittag.

Pastor Marcus Buchholz, stellvertretender Superintendent im Kirchenkreis Neustadt-Wunstorf