Geschmack eines besseren Lebens - 20.4.19

Wir wissen wenig. Und wissen genau das nicht. Dass wir wenig wissen. Darum halten wir das wenige, das wir wissen, schon für das Ganze. Wir kennen das Leben. Wir kennen den Tod. Und wir meinen, damit schon alles zu kennen. Der Mensch denkt gern in Kategorien von Plus und Minus. Gut und Böse. Licht und Finsternis. So entstehen Meinungen. Etwa: Mag ich. Mag ich nicht. Daraus erwachsen schnell einfache Urteile. Eine zarte Ahnung aber umweht unser Herz. Gibt es noch etwas anderes? Tiefes Erkennen setzt ein, wenn wir eine dritte Dimension mit hineinnehmen. So wie die Elemente Wasser, Erde, Luft immer drei sind oder die Aggregatszustände Eis, Wasser, Dampf oder unsere Sinneseindrücke Sehen, Riechen, Schmecken. Immer drei! So ist es auch mit unserem Leben. Es gibt das irdische Leben. Es gibt den Tod. Und es gibt eine dritte Dimension. Wir nennen sie das ewige Leben. Der Tod steht also in der Mitte. Er ist nicht Schlusspunkt. Er ist Wendepunkt. Nach ihm kommt etwas, das es vorher nicht gab. Menschen mit Nah-Tod-Erfahrungen berichten von einem großen Licht, das sie sahen. Der christliche Glaube erzählt von einem Menschen, der als Gottes Sohn jenes ewige Leben sah und schmeckte. Sein Grab wurde nach seinem Tod mit einem Stein versiegelt. Dieses Siegel brach. Der Steine verschwand. Der Tote betrat den Weg, der zum Himmel führt. Hinüber ins ewige Leben. Wir nennen ihn Christus. Gottes Sohn. Der hat nicht gesagt: „Ich bin die Antwort“. Er hat gesagt: „Ich bin der Weg“. Christus geht uns voran. Und er nimmt uns mit. Er verströmt diesen Geschmack eines besseren, eines anderen Lebens. Ja, Christus erweitert unsere eingeschränkte Vision. Er hebt die verlorenen Fäden unserer Hingabe wieder auf. Lasst uns diese Welt ein kleines Stück schöner machen. Wer Geld hat, der gebe. Wer Liebe hat, der pflege. Wer Zeit hat, der teile. Wer klug ist, der rede. Schmeckt dieses bessere Leben. Und nehmt es in dieses irdische Leben schon mit hinein. So bricht ewiges Leben heute an. Stellt Euch in diesen frischen Morgen eines erwachenden, strahlenden, ewigen Lebens. Und bis zum Ende dieser Welt bleibt Christus bei uns. Bis der letzte auffahren wird zum Himmel. So wie er. Vor nunmehr schon 2000 Jahren.                 

Pastor Tilman Kingreen