Freut Euch! - 5.3.16

"Freut Euch!", ist der Name des morgigen Sonntags. Was für eine Aufforderung! In Syrien gibt es eine Waffenruhe. Was kann, was wird daraus entstehen? "Freut Euch!" wird uns zugerufen, die wir hier leben, in Frieden, in unzerstörter Umgebung, in einem großen Land. "Freut Euch!" Die Zeit des Fastens, des Verzichtes geht zu Ende.

Kinder ertasten sich am Anfang ihres Lebens alles. Sie fassen an, suchen Halt, ziehen sich hoch, wollen aufstehen, gehen. Anstrengend ist das. Wir freuen uns an jedem kleinen Fortschritt und die Kinder auch. Allen Menschen fällt Neues schwer. Die wenigsten lernen alles wie von selbst. Allein alles zu können, gelingt keinem Menschen. Wir brauchen einander. Manchmal wollen wir es nicht wahr haben. Noch weniger gefällt uns vielleicht, was andere alles können und ihnen scheinbar locker von der Hand geht. "Freut Euch!", an dem, was ihr könnt, an dem, was ihr habt, an dem, was euch geschenkt wird. Achtet es nicht gering. Die Aufforderung sich zu freuen, mag in unseren Ohren schräg klingen. Sich zu freuen, kann mir niemand befehlen, mögen sie denken. Nein, das kann auch niemand. "Freut Euch!", ist die Aufforderung seine Einstellung ganz tief zu ändern. "Freut Euch!" Manche Tage ist das schwer, weil unser Leben nicht ohne Verletzungen, Niederlagen, Scheitern, Tod und Trauer ist. Die Aufforderung nimmt darauf keine Rücksicht. Sie hat einen völlig anderen Blick auf das Leben. Sie stellt die Freude in den Gegensatz zu allem Leid und aller berechtigten Trauer und Angst in der Welt. Die feste Überzeugung jenes Boten, der von Gott alles erwartet obwohl er selber Leid und Elend erfährt und um sich herum sieht, ist, dass wir Barmherzigkeit und Trost empfangen und weitergeben können. "Freut Euch!", seid nicht ohne Hoffnung, gebt ab von euren guten Erfahrungen, setzt euch für das Leben ein, für Liebe zum Leben, für ein Miteinander. Wartet nicht, dass Andere es tun, sagt auch nicht, dass es nicht geht; beweist, dass alles möglich ist für Den und Die, die den Mut nicht verlieren und die die Chancen ergreifen, die sich bieten.

"Freut Euch!", wir können Neues gestalten! Nutzen wir sie im Vertrauen auf den, der alles Schwere angenommen hat und der die Grundlage unserer Freude ist, der Bote war und uns zu Boten berufen hat. "Freut Euch!", neues Leben wird Wirklichkeit. An Ostern werden wir das feiern – die Auferstehung Jesu und die Tatsache, dass Leid, Hass, Elend und Tod überwunden werden können. "Freut Euch!", bald ist Ostern. Das Leben trägt den Sieg davon.

Diakon Heinz Laukamp