Ferienzeit – Reisezeit - 30.6.18

Endlich Ferien! Selbstbestimmte Zeit! Der Sommerurlaub gehört für viele Menschen zur intensivsten Zeit des Jahres. Zeit für die Kinder - Zeit für die Familie - Zeit für sich selbst- vielleicht auch Zeit für Gott. Kaum eine andere Zeit ist so geeignet für viele Stunden in Natur und frischer Luft, Ausflüge und Aktivitäten wie die Urlaubs- und Sommerzeit. Zugleich birgt sie aber auch eine Chance, zur Ruhe zu kommen und unseren tiefsten Sehnsüchten und Bedürfnissen nachzuspüren.

Viele Menschen verreisen in den Sommerferien und verbinden damit allerlei Hoffnungen: auf gutes Wetter, auf eine schöne Unterkunft, auf gastfreundliche Menschen, Erholung vom Alltag oder neue interessante Erlebnisse und Begegnungen. Zum Abschied sagen wir ihnen „tschüss“, „mach´s gut“, „gute Reise“ , „auf Wiedersehen“ und „komm heil zurück“.

Das ist dann schon wie ein kleiner Reisesegen für das Urlaubswagnis. Denn es ist ja nicht von vornherein garantiert, dass es ein gelungener Urlaub wird und dass sich alle Hoffnungen und Sehnsüchte erfüllen.

Wenn jemand Abschied nimmt und eine Reise antritt, begleiten ihn unsere guten Wünsche - aber auch unsere sorgenden Gedanken. Beeindruckend sind die alten irischen Segenswünsche. Aus ihnen klingt eine zärtliche Liebe zur Natur, ein festes Vertrauen und eine dankbare Beziehung zu Gott, dem Schöpfer, und ein Einstimmen in Augenblicke des Glücks. Die irischen Reisesegen formulieren in unnachahmlicher Weise die Wünsche der Zurückbleibenden und sprechen dabei alles an, was die Reisenden nun nach dem Abschied umgeben wird: der Weg, der Wind, die Sonne, Tag und Nacht, andere Menschen- und in Gefahren die behütende Hand Gottes. Sie soll Reisende begleiten, wenn wir mit den Worten eines alten irischen Reisesegens wünschen:

Möge dein Weg dir freundlich entgegenkommen,

Wind dir den Rücken stärken,

Sonnenschein deinem Gesicht viel Glanz und Wärme geben.

Der Regen möge deine Felder tränken,

und bis wir uns wiedersehen

halte Gott dich schützend in der Geborgenheit seiner Hand.

Erce-Inga Frost,  Lektorin in Wunstorf.