Er leuchtet wieder - 3.12.16

Er leuchtet wieder! – „Freut ihr euch auch so darüber?“ Fragte ich in die Runde. „Was meinst du denn überhaupt? – Ach so, den Stern im Kirchturm…Na, der ist doch ziemlich schwach zu sehen… Nein, ich habe noch nicht darauf geachtet…Ich auch nicht, aber ich freue mich drauf.“ --Für mich ist er ein wunderbares  Zeichen für das Advents-Geschehen. Nicht sehr auffallend und doch weithin  leuchtet der Herrnhuter Stern von da oben, nun wieder bis Epiphanias. -- In den Herbstferien kamen Hortkinder, um unsere Kirche zu erkunden. Natürlich ging es auch nach oben in die Glockenstube, den ehemaligen kleinen Festsaal unserer Kirchen-Erbauer-Familie Voigt. Alle fieberten dem Läuten der Glocken entgegen. Plötzlich rief ein Junge „Ach, da hängt der also, wenn er unten leuchtet, habe ich schon oft überlegt, von wo da oben eigentlich?“ Er hatte etwas angeschoben, denn nun ging es los:“Ist der jeden Abend an?…Nee, Mensch, das ist doch nur in der Adventszeit, sonst frisst der zuviel Strom…Stimmt gar nicht, das soll eigentlich der Stern von Bethlehem sein und die Geburt vom Jesuskind ankündigen…Ja, sein Bettchen habe ich eben beim Hochgehen schon gesehen, bestimmt liegt der da bald wieder drin…Ach, du meinst die Krippe, ja, die fiel mir auch auf, mit Heu und Stroh vollgestopft…Ich freu mich schon darauf, wenn sie wieder unten vor dem Tannenbaum steht.“-- Nun ist es wirklich so weit, auch über der Kanzel hängt ein ähnlicher Stern und erfreut uns mit seinem hellen Strahlen. Seinen Ursprung hat er in Internatsstuben für Missionarskinder der Herrnhuter Brüdergemeinden, Anfang des 19.Jahrhunderts. Ein Stern gegen das Heimweh wurde in Mathe-Stunden berechnet, gebastelt und mit Freude über den Internatsbetten aufgehängt. Sie waren ein kleiner Trost und ein Symbol für die Weihnachtsgeschichte, denn in der Adventszeit sehnten sich die Kinder besonders nach ihren Eltern, die in den Missionsgebieten unter schwierige Verhältnissen lebten. Ein Stern als Trost, als Begleiter, als Ankündiger, als Licht in das Dunkel bringender...Er leuchtet wieder, der „Stern über Bethlehem! Zeig uns den Weg zur Krippe hin, zeig, wo sie steht. Leuchte du uns voran, bis wir dort sind…Stern über Bethlehem, führ uns zum Kind!“

Ursula Wiebe, Lektorin in Schloß Ricklingen