Eine Einladung zum Glück - 11.3.17

Einem glücklichen Menschen steht die Welt offen. Er verlässt verschlossene Räume. Er atmet gern im Freien frische Luft. Er grüßt die, die ihm begegnen. Er lässt offenen Kontakt mit anderen zu. Ohne Scheuklappen. Sieht nicht nur die Oberfläche. Er ist offen für neue Erfahrungen. Darauf fußt doch sein Glück: Er kann sich frei bewegen und entfalten, und er ist in einem offenen Kontakt verbunden mit anderen Menschen. Und mit Gott. Die Lebensfreude hat viel Raum. Und ich?

Ich stehe doch hier vor dieser verschlossenen Tür. Ich klingel. Ich klopfe an. Es rührt sich nichts. Es ist nichts zu hören. Ich komm da nicht rein. Die Begegnung findet nicht statt. Keine Begrüßung. Kein freundliches Wort. Kein Händeschütteln. Nach dem heftigen Meinungsstreit, der nicht ohne persönliche Beleidigungen ausgekommen ist. Leider! Und jetzt ist da verletztes Schweigen. Wie lange?

Dann geh ich mal wieder. Ich gehe, ohne dass wir uns wieder vertragen haben. Nein, hier und jetzt zähle ich nicht zu den Glücklichen. Da ist was kaputt gegangen. Ob das wieder in Ordnung zu bringen ist? Oder wird sich jeder in seine Kammer zurückziehen? Tür zu. Mauer gebaut. Glück ade.

Ich weiß: ich lebe jenseits von Eden. Und doch bleibt da diese Einladung Gottes, durch die Tür zu gehen, die Jesus Christus uns aufgemacht hat. Die Einladung Gottes, den Frieden im Auge und im Herzen zu behalten, den er uns schenkt. Durch den, der in allen Konflikten geduldig geblieben ist, offen geblieben selbst gegenüber dem, der aggressiv und unversöhnlich handelt. Der daran gestorben ist. Der sich aber nicht erst am Ende als der Glückliche und Lebendige

zeigt. Die Tür zum Frieden steht offen. Da bekomme ich vielleicht sogar wieder offene Augen für den anderen hinter der Tür. Das kann mich glücklich machen.

 

Wochenspruch zum kommenden 2. Sonntag der Passionszeit „Reminiszere“ (Gedenke, Gott, an deine Barmherzigkeit): Gott aber erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren.      Brief an die Römer 5, 8

Pastor Hartmut Peters