Ein kostbares Geschenk - 21.12.19

Wir verschenken zu Weihnachten gerne schöne Dinge. Sie dürfen kostbar sein. Sie dürfen groß sein. Reicht nicht ein einfacher Zweig? Eine kleine Kerze? Wir möchten dem anderen sagen: Du bist sehr wertvoll. Du bist schön. Das können wir mit großen und mit kleinen Geschenken ausdrücken. Uns fällt es leichter mit Geschenk als mit Worten dem anderen zu sagen, wie sehr wir ihn schätzen. Unsere Sprachlosigkeit lässt unsere Geschenke schnell größer und mehr werden. Vielleicht üben wir einmal, den uns Nahestehenden zu sagen, welch ein Schatz sie für uns sind. Wenn die Beschenkten spüren, dass wir mit Liebe schenken, dann erreichen unsere Geschenke ihr Ziel.

Weihnachten erinnert an eine Doppelgeburt: Jesus und Johannes der Täufer werden geboren. Von Jesus heißt es, sein Vater war ein Zimmermann. Bei der Geburt war die Familie ohne ein festes Zuhause und nach der Geburt auf der Flucht. Der Vater von Johannes hingegen war Priester im Tempel von Jerusalem. Er war hoch angesehen in der Stadt. Der eine wird zum Heiland. Der andere zum Täufer und Vorboten, der auf diesen Heiland hinweist. Unsere stolze Herkunft, was wir sind und was wir darstellen, kann immer nur Vorbote und Hinweis auf das Lebens sein. Das Eigentliche liegt unter dem verborgen, was nicht so ansehnlich ist, keinen Status hat und nicht so sicher erscheint.

Wenn unsere Geschenke diesen verborgenen kostbaren Menschen entdecken und berühren, dann fällt ein Weihnachtslicht auf unser Leben, es wird hell. Wir sollen an Weihnachten nicht für den anderen die Sterne vom Himmel holen. Aber wir sollen dem Stern folgen, der über jedem Leben aufgeht, einander besuchen und sagen: Du bist ein kostbares Geschenk Gottes.        

Pastor Tilman Kingreen