Ein besonderes Hochzeits-Fest

Wann sie mit den Vorbereitungen begonnen haben, ist nicht bekannt. Wie viele Menschen involviert waren, um die Feierlichkeiten bis ins letzte Detail zu planen, hat niemand gezählt. Wer selbst einmal in Hochzeitsvorbereitungen eingebunden war, ahnt, wie viel Mühe und Zeit investiert werden, bevor die ersten Gäste eintreffen, die Feier beginnt.

Doch die verheißungsvoll beginnende Fest-Geschichte, die Jesus erzählt, mündet schnell in eine große Enttäuschung. Während aus den Küchen das Geklapper der letzten Handgriffe zu vernehmen ist, überbringen Boten schlechte Nachrichten: Die Gäste, die Tage vorher zugesagt hatten, werden nicht kommen. Sie ziehen es jetzt vor, ihre Neuerwerbungen zu besichtigen oder die eigene Hochzeit zu feiern. Solch eine Brüskierung des Gastgebers allein würde schon Schlagzeilen machen. Doch seine Reaktion ist noch skandalöser: Der Hausherr lässt Arme und Behinderte, Böse und Gute holen. Immer wieder schickt er Boten aus, damit jeder Platz besetzt ist und das Fest beginnen kann. Das Gleichnis vom großen Abendmahl – so der Evangelist Lukas (Lk 14,16-24) – ist in der Überlieferung des Matthäus (Mt 22,1-14) zur königlichen Hochzeit gesteigert. Die verständliche Enttäuschung des gekränkten Königs wird drastischer geschildert: Er zeigt sich durch Rachefeldzüge auch als Despot. Gäste in unpassender Kleidung werden vor die Tür gesetzt. Niemand soll sich zu sicher fühlen, dabei sein zu dürfen; zu hoch war der Preis, dieses Fest überhaupt ausrichten zu können. Welch ein Wechselbad der Gefühle!

Trotzdem ist das Gleichnis vom Hochzeits-Fest, zu dem eine unerwartet bunte Gesellschaft eintrifft, zum Hoffnungsbild des christlichen Glaubens geworden. Wer es selbst ausprobiert hat und mit erst völlig Fremden dann fröhlich gefeiert hat, hat einen Vorgeschmack auf das bekommen, was uns eines Tages in Vollkommenheit erwartet, denn: Alles ist bereit! Darin sind sich Lukas und Matthäus einig.

Überraschend fröhliche Feste mit interessanten Gästen wünscht Ihnen

Ihre Dr. Vera Christina Pabst, Pastorin in Bokeloh und Wunstorf