Du stellst meine Füße auf weiten Raum - 7.7.18

Der Rasen kitzelt die nackten Fußsohlen auf dem Weg über die Wiese. Ich spüre den Sonnenschein warm auf meinen Schultern, fast hat er mein nasses Haar schon wieder durchgetrocknet. Kurz überlege ich, ob ich lieber nach rechts oder nach links abbiegen mag. Rechts ist das Nichtschwimmerbecken mit der Rutsche. Aber links, da ist das große Schwimmerbecken, von dessen Startblöcken es sich so herrlich den Kopfsprung üben lässt.

Ich gehe links und entscheide mich für das Schwimmerbecken. Im Nichtschwimmer war ich vorhin schon und danach mit meiner Freundin Henrike auf dem Spielplatz dahinter. Man hat die Seilbahn wieder repariert, das mussten wir ausgiebig nutzen.

Schnell husche ich über das sonnenheiße Pflaster und lege das noch etwas klamme Handtuch auf die weiße Bank an der Seite. Schon stehe ich auf dem Startblock vorm Schwimmbecken. Das Wasser glitzert verheißungsvoll in der Sonne.

Liebe Leserin, lieber Leser, als Kind bedeute Glück für mich eine Saisonkarte fürs Freibad und Sommerferien, die warm genug waren, um nach Herzenslust schwimmen zu gehen. Und wenn das Wetter so ist wie in der vergangenen Woche - warm und mit wolkenlosem Blau am Himmel - dann brauche ich nur die Augen zu schließen und es ist wieder da, dieses Gefühl von Unendlichkeit und Freiheit.

„Du stellst meine Füße auf weiten Raum“, heißt es in Psalm 31.

Glücklich ist, wer diese Weite des Raumes spüren darf. Wer sich entscheiden kann, ob sie bzw. er lieber ins Schwimmbad gehen möchte oder den Sommer anderweitig genießt. Ob auf Balkonien, am Meer oder in den Bergen. Der Sommer ist für alle da. Die Sonne macht keinen Unterschied darin für wen sie scheint.

Auch Gott unterscheidet nicht, wessen Füße er auf weiten Raum setzt. Er schenkt uns allen seine Freiheit. Wir können uns entscheiden, ob wir ihm für das was wir erleben danken oder nicht. Diese Möglichkeit zur Wahl gibt unserer Entscheidung Wert. Wer sich für oder gegen etwas entscheidet kann, wer frei wählen darf, dessen Wahl ist von Bedeutung.

Ich mag Gott dafür danken, dass ich dieses Gefühl von sommerlichem Glück kenne. Dass mir der blaue Himmel so viel Freude schenkt, von der ich weitergeben mag. Denn er stellt meine Füße auf weiten Raum.

Mögen auch Sie dieses Gefühl in diesem Sommer spüren können.

Pastorin Marit Ritzenhoff, Luthe