Drei Wünsche an das Weihnachtsfest - 23.12.17

Willkommen, liebes Weihnachtsfest! Ich freue mich und staune: Du bist tatsächlich wieder da. Das sah die letzten elf Monate in diesem Jahr ganz anders aus. Der Typ ‚Starker Mann’ beherrschte die Weltbühne. Ein „puer robustus“ - laut, stark, deftig – will die Menschheit befreien. Und er wird gewählt. Er möchte glänzen. Populismus trägt heute viele Namen. Persönlichkeiten leihen ihm ihre Gesichter. Und Du? Vertrautes Weihnachtsfest! Welchen Glanz bringst Du in unser Leben? Um Dich ist es eher still geworden. Frieden auf Erden? Uns macht das Thema still und verlegen. Oder ist Stille Dein Markenzeichen?

Laudate pueri. Ein Wort aus Psalm 113. Lobt ihr Kinder. Wer lobt schaut von sich weg. Er schaut auf die anderen. Weihnachten, bist Du ein solches „Schaut-einmal-auf-die-anderen-Fest“. Vielleicht? Und dabei hast Du es ja sogar zu Weltruhm gebracht. Auf die Niedrigen schauen. Da, wo wir keinen Glanz vermuten. Da siehst Du etwas funkeln. Und Du bringst es groß heraus. Es wird zum Lichtermeer in dunkler Zeit.

Drei Bitten hätte ich an Dich, liebes Weihnachtsfest. Bitte bleib ein Weihnachtsfest. Du bist kein Lichterfest. Ohne Geheimnis wird Licht zum Solarstudio für die Seele und Weihnachten zum Fitnessraum. Sodann bitte ich Dich, mit Deiner Friedensbotschaft in die große Kantorei der Religionen einzutreten und dort mit anderen Deine Stimme deutlich zu erheben zum Segen für diese Welt. Und zum Schluss bitte ich Dich, uns immer wieder daran zu erinnern, wo für Dich das Licht seine Quelle hat. Da war ein Kind mit Namen Jesus. In einem Stall geboren, blieb er sein Leben lang nah bei den Menschen. Erst als er starb, erkannten sie, wer er wirklich war. Seitdem geht diese Botschaft um die Welt: Dieses Kind war Gott. Und wir sind seine Kinder.

 

Tilman Kingreen, Pastor in Hannover.