Der Wow-Effekt - 27.10.18

Der Herbst ist der beste Monat für uns Windsurfer: viel Wind aus West, viel Platz auf dem Steinhuder Meer. Mit dicken Neoprenanzügen und Hauben auf dem Kopf versuchen wir unsere Tricks auf dem Wasser zu stehen. So wie diesen: 1000 mal geübt, 1000 mal ist nix passiert. Doch auf einmal habe ich den Sprung gestanden: den Spock. Ein unter Windsurfern bekanntes und kompliziertes Fahrmanöver: Bei hoher Geschwindigkeit springt der Surfer mit dem Heck aus dem Wasser, dreht das Surfboard einmal im Kreis und schwingt das Segel auf die andere Seite. Hört sich leicht an, sieht super aus, verschlingt aber hunderte von Übungsstunden.

 Da gilt: dran bleiben, nicht aufgeben, das Ziel vor Augen haben. Denn das Gefühl, wenn man zum ersten Mal das Manöver gestanden hat, ist phänomenal. Und dann auch noch da draußen auf dem Wasser, im Einklang mit der Natur. Tatsächlich geht es am Anfang aber nicht um das Gefühl, sondern ums Verstehen und Analysieren: Wie muss ich abspringen? Welche Fehler mache ich? Was muss besser werden?

Mit dem Glauben ist das auch so: Erstmal muss man verstehen, worum es eigentlich in der Bibel geht, dazu gehört Diskutieren über Glaubensfragen: Warum beten alle Christinnen und Christen auf der Welt das Vater Unser? – Weil Jesus es schon gebetet hat. Warum gibt es die 10 Gebote? – Damit es in der Welt Regeln fürs Zusammenleben gibt. Das zu verstehen, ist manchmal ziemlich zäh.

Wenn es aber einmal Klick gemacht und der Groschen gefallen ist, dann kann Glaube im eigenen Leben auch wie ein gestandener Move beim Surfen sein: Einfach Wow.

Pastor Marcus Buchholz, Liebfrauenkirche Neustadt