Der Heilige Geist ist bunt und vielfältig - 9.6.19

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Wie ein Sturm und ein Feuer kam Pfingsten der Heilige Geist über die in Jerusalem versammelten Jünger. Sie konnten plötzlich mehrere Sprachen sprechen. Und sie waren auf einmal "Feuer und Flamme" weltweit den christlichen Glauben zu verkünden. Dies ist die Geburtsstunde der Kirche.

Der Heilige Geist hat von Anfang an viele Gesichter. Und viele Farben, auch Hautfarben. Der Heilige Geist ist nicht nur evangelisch oder katholisch. Beim ersten aller Pfingstfeste kümmerte sich Gottes Geist nicht darum, auf wen er fiel und wer sich darüber ausgelassen freuen konnte. Wir Christen: „Der Heilige Geist weht, wo er will.“ Genauso ist es. Er bewegt Alte und Junge, Kinder und Greise, Menschen mit und ohne Glauben. Gott ist größer als die Rahmen, in die wir ihn manchmal einpassen. 

 

Diese Erfahrung haben wir gerade auch in der vergangenen Zeit gemacht. Geflüchtete aus den Kriegs- und Krisengebieten kamen in großer Zahl zu uns. Sie fanden auch in vielen Kirchengemeinden Zuflucht. Diese Vielfalt und hat sie bereichert. Dabei engagierten sich auch Menschen, die vorher so nicht oder überhaupt nicht in Erscheinung traten. Ja, der Geist Gottes muss kein Feuer spucken oder Wände einreißen. Er kann auch leise kommen und doch eine große Hilfe sein. Gottes Geist wirkt in denen, sagt Jesus, die in seinem Sinne handeln. Also kommt er auch zu Menschen anderen Glaubens und vermutlich auch zu denen ohne Glauben, die menschlich und einfühlsam sind und bleiben.

 

Wer Menschen achtet, ist vom Geist beseelt. Wer in anderen Menschen Gottes Ebenbilder sieht, hat mehr Heiligen Geist, als ihm oder ihr womöglich bewusst ist. Und wer das Gute im Menschen sieht, wird es auch hervorlocken können. Ob man dabei von Gott spricht oder nicht, ist nicht wichtig. Viel wichtiger ist, dass ich Gottes Werk erkenne – in dem Heiligen Geist, der Menschen bewegt.

 

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen frohe Pfingsten

Superintendent Michael Hagen