Auferstehung plus 50=Heiliger Geist - 19.5.18

Was für ein Fest: 50, Pentecoste=dt. Pfingsten – ein Fest 50 Tage nach Ostern.

Haben sie sich schon mal gewundert? Wundern Sie sich immer noch ab und an? Über sich selbst? Über, das, was Sie mal geschafft haben, wie stark, Sie gewesen oder geworden sind? Körperlich, mental?

Glauben Sie an Wunder? Nein? Also alles leicht erklärbar und unmissverständlich, selbstverständlich? Gibt es in Ihrem Leben nichts wunderbares?

Die Christenheit feiert an diesem Wochenbeginn etwas Besonderes, Wunderbares, zum Staunen anregen-des, schwer fassbares; die Ausgießung des Heiligen Geistes, das Kommen des Trösters, Gott, mitten unter uns. Die wiederkehrende und auf Dauer angelegte Begegnung mit Gott. Komm, Heil'ger Geist, mit deiner Kraft, die uns verbindet und Frieden schafft!

Von Anfang an gibt es die, die sagen: die sind doch alle betrunken, die bilden sich was ein und gaukeln uns was vor. Kann sein, dass die Jünger trunken sind – trunken vor Glück- und überschäumend und ansteckend auf jeden Fall; denn: Es gibt die Anderen, die, die spüren, wir werden verstanden und verstehen. Es gibt große Unterschiede, aber sie dividieren uns nicht auseinander. Das Verständnis füreinander ist prägender, wichtiger, stärker und bringt uns dazu aufeinander zuzugehen.

Das Brausen vom Himmel, die Feuerzungen, der Geist Gottes, sie ergreifen. Aber wie soll man das beschreiben, was da in und mit einem, was zwischen mir und den Anderen passiert? Dinge zu erleben und zu begreifen reicht noch nicht, um davon so erzählen zu können, dass man sich anderen verständlich machen kann. Mathematikunterrichtende können beispielsweise ein Lied davon singen, dass Lernende sie sehr unterschiedlich bis nicht verstehen. Petrus schafft aber genau das. Er spricht und selbst Menschen aus fremden Völkern mit anderer Sprache haben das Gefühl verstanden zu werden und zu verstehen, was da gesagt und getan wird und, dass es etwas mit ihnen zu tun hat, das Reden über Christus, die Ansprache an Dich und mich! Es erfüllt sich, was Jesus an Himmelfahrt verheißen: Die Menschen bleiben nicht allein, nicht fern von Gott, wenn er selbst nicht mehr sichtbar auf der Erde da ist.

Vielleicht gibt es auch für Sie und Euch eine Ansprache, etwas, was ansteckt, Sie und Euch dazu bewegt, sich hinreißen zu lassen, von dem, der sich zu uns wendet und seinen Geist ausgießt, der Frieden, Trost, Zuversicht schenken kann, obwohl diese Welt weit davon entfernt ist friedlich zu sein oder gar das Paradies.

Ich wünsche Ihnen begeisternde Begegnungen, fröhliche Gottesdienste und ein geistreiches, friedliches Pfingstfest - zum Beispiel beim ökumenischen Pfingstmontag im Stift mit Menschen aus ganz vielen unterschiedlichen Gemeinden, Musik, vielen Singenden und anschließender Zeit zu Begegnung, einander Kennenlernen und Austausch - Zeit also, um die Wirkung von Gottes Geist einmal selbst in der Begegnung mit Anderen zu erleben.

Diakon Heinz Laukamp