Aufbruchsstimmung - 13.1.18

Aufbruchsstimmung: Das „Gloria“ der Engel zu Weihnachten steht mir noch vor Augen, in den Ohren und im Herzen. Aufbruchsstimmung: Nach knapp zweieinhalb Jahren geht meine Zeit als Vikarin und damit auch meine Zeit in der Region und im Kirchenkreis zu Ende. Umzug und Neuorientierung stehen an: Es geht nach Ströhen und Wagenfeld. Mit der Aufbruchsstimmung geht also auch ein Abschied einher: Ich mag keine Abschiede und doch gehören sie zu einem Aufbruch dazu. Mein Mann und ich packen also unsere Sachen – ich nehme mit: eine Taschenlampe und eine Straßen- und Wegekarte zur Orientierung; warme Decken und einen Tee für die Gemütlichkeit und vieles mehr. Mit im Gepäck auch die Erinnerung an zweieinhalb Jahre Kolenfeld – nach einer langen Wanderung stehen die Israeliten am Ufer des Jordans an der Schwelle zu dem Land, dass Gott ihren Vätern verheißen hatte. Sie waren aufgebrochen und hatten vieles erlebt. Es war streckenweise mühsam und holprig gewesen; andere Male war es fast wie von selbst gegangen. Sie hatten gemeinsam gelacht, aber auch manche Träne geweint. Häufig hatten sie sich gefragt: Wie mag es sein? Was hatten sie nicht alles durchgemacht und überstanden? Auch schöne Momente waren dabei gewesen; Momente der Gemeinschaft und der Geselligkeit. Jetzt standen sie am Übergang: Am Übergang ereilt sie die erneute Beistandszusage Gottes: „Sei nur getrost und unverzagt! Lass dich durch nichts erschrecken und verliere nie den Mut, denn ich der Herr, dein Gott, bin mit dir, wohin du auch gehst!“ Gott, der sie bis hierher geleitet und begleitet hatte, geht auch weiterhin mit. Er ist da im Übergang und über die Schwelle des Übergangs und des Abschieds hinaus – er ist mit Ihnen und Euch und mit mir im Jahr 2018 und spricht: „Sei nur getrost und unverzagt!“ Im Wissen darum lässt sich selbst ein Abschied leichteren Herzens nehmen. Am Übergang steht der Wunsch: „Und bis wir uns wiedersehen, halte Gott dich fest in seiner Hand!“

Ihre und Eure Vikarin in Kolenfeld, Kerstin Wackerbarth