Alles vorbei!?

An diesem Wochenende heißt für etliche Sportbegeisterte wieder: „Alles vorbei!“. Nicht, das Leben, auch nicht die Saison – aber das Spiel oder der Wettkampf. Dann kommt die (überflüssige) Analyse, die den Akteurinnen und Akteuren für die weitere Entwicklung hilft, aber nicht den Zuschauenden. Und schließlich stellt sich die Frage: Auf welcher Seite stehe ich? Bei den Gewinnern, bei den Verlierern oder bei denen, die nochmal mit einem blauen Auge davongekommen sind - unentschieden?

Wie auch immer es ist: Die Saison ist jung und noch nichts entschieden. Also können alle sich freuen und die einen genießen, dass es für sie gut lief, die anderen haben die berechtigte Hoffnung, dass es beim nächsten Mal wieder besser laufen wird für´s eigene Team, einen selbst und die, deren Fan man ist.

Aber was, wenn Hilfe und Rettung unmöglich scheinen, wie immer mal wieder für einige am Saisonende, wenn der Kampf um den Abstieg droht und bestanden werden will? Oder wenn es eben mal nicht um ein Spiel und Sport geht, sondern doch um´s Leben?

Der Sommer nähert sich seinem Ende und die Ernte in diesem Jahr ist in vielen Bereichen schon gewesen. Das Jahr ist deutlich mehr als halb rum. Da kommt uns in der Geschichte für den kommenden Sonntag ein Text entgegen, der viele Fragen aufwirft und ein Vers, der zwar fröhlich stimmen könnte, aber dem man erstmal zustimmen können müsste: Christus Jesus, hat dem Tode die Macht genommen und das Leben und ein unvergängliches Wesen ans Licht gebracht.

Nichts ist vorbei. Jetzt nicht, morgen nicht, nicht nach dem Spiel, einem Wettkampf, am Ende einer Saison, am Ende des Lebens. Denn es gibt das Ende gar nicht mehr. Es gibt nur ein verwandeltes, ein anderes Leben, aber es gibt eines. Und es gibt etwas, das Bestand hat über den ersten Anschein hinaus. Christus hat dem Tod die Macht genommen. Er ist auferstanden, irgendwie er selbst und doch verwandelt. Die Zusage gilt auch uns. Und wann könnte man sie besser verstehen als zu einer Zeit, in der sich alles verwandelt – Blüten sind Früchte geworden, kleine Sprosse, deutlich sichtbare Pflanzen und längst nicht alles ist innen, wie es äußerlich scheint.

Mitten in dieses Nachlassen der Kraft in der Natur, am Beginn des Herbstes, seht ein Satz, der dem Augenschein entgegentritt. Das Jahr geht zu Ende, die Kräfte lassen nach; das Leben nicht! Christus hat dem Tod die Macht genommen. Im Frühling wird aus den Früchten und ihren Samen wieder alles aufblühen, alles wieder verwandelt zu neuem Leben. Auch euer Leben macht eine Verwandlung durch, wie die Natur. Aber es geht weiter. Alles vorbei? Das gibt es bei Gott nicht.

Diakon Heinz Laukamp , Idensen