Abba – mehr als nur berühmte Popgruppe! - 16.1.16

„Abba!“ Die meisten von uns denken dabei wahrscheinlich zuerst an die berühmte Popgruppe aus den 70ern. Mit „Dancing Queen“ und „Waterloo“ mischten die Schweden damals die Charts auf. Und  letzte Woche erklangen die Hits von Abba bei der Musical-Night auf der Bühne des Stadttheaters.
Abba ist aber mehr als nur der Name dieser Popgruppe, sondern auch das hebräische Wort für Papa: So wie ein deutsches Kind zu seinem Vater „Papa“ sagt, spricht ein israelisches Kind seinen Vater mit „Abba“ an. Der Apostel Paulus schreibt in seinem Brief an die Römer, dass wir Gott genauso ansprechen dürfen: „Abba“, „Papa“. Paulus ist davon überzeugt, dass Gottes Geist uns möglich macht im Gebet mit Gott wie mit einem Vater oder einer Mutter zu sprechen. Weil ihr Kinder Gottes seid, so seine Argumentation, dürft ihr Gott genauso ansprechen wie ein israelisches Kind seinen Vater: „Abba! Papa!“ Paulus macht ihnen klar, dass sie Gott genauso vorbehaltlos vertrauen dürfen wie ein Kind seinem Vater. So, wie sich ein Kind bei seinem Vater anlehnt, sich an seiner Hand festhält, mit allem zu ihm kommt, was es freut oder bedrückt, dürfen ihr euch an Gott wenden. Wie ein Kind unbegrenztes Vertrauen hat, dass der Papa ihm aus jeder Notlage helfen kann, wie es deshalb gern zu ihm sagt: „Hilf mir, Papa!“ – so dürft ihr Gott ansprechen.

Jesus selbst hat es so auch gehalten: Im Garten Gethsemane betet er mit den Worten: „Abba, mein  Vater, alles ist dir möglich“. In seiner Todesangst vertraut sich Jesus im Gebet seinem himmlischen  Vater an. Es ist ein großes Geschenk, Gott genauso vertrauensvoll ansprechen zu dürfen wie Jesus selbst!  Gott ist für uns Christen nicht ein fernes und abstraktes Wesen, sondern wie ein Vater für uns da und uns so ganz nah! Diese bildhafte Vorstellung beschreibt das Verhältnis zwischen Gott und uns Menschen.  Sie öffnet einen Verstehenshorizont, der an die eigenen Kindheitserfahrungen anknüpft und ihn zugleich ausweitet. Es ist ein wunderbares Bild um die liebe- und vertrauensvolle Beziehung zwischen Gott und uns Menschen erfahrungsnah und zugleich offen zur Sprache zu bringen!

Michael Hagen, Superintendent