… alle unsere Wünsche! - 15.12.18

Wissen sie schon, was sie sich schenken? Zu Weihnachten? Seit zwei Wochen schon hängen sie bei uns in der Küche am Pinnbrett: Die Wunschzettel. Von jedem Kind einen. So bunt und so voll, dass der Schlitten des Weihnachtsmanns ganz sicher überladen zusammenbrechen wird. Nun habe ich meinen dazu gehängt. Ich bin gespannt…

Mir gefällt das, wenn ich wünschen darf. Es beflügelt meine Fantasie, macht mich erwartungsfroh. Und es erinnert mich daran, dass da noch etwas Größeres ist als das, was mein Leben jetzt ausmacht. Und doch gibt es offenbar Wünsche, die über das Ziel hinausschießen.

In dem Märchen „Von dem Fischer un synner Fru“ erzählen uns die Brüder Grimm davon. Während der arme Fischer wunschlos glücklich ist mit seiner Hütte, hat seine Frau, die Ilsebill, jede Menge Wünsche – ohne Ende! Ein schönes Haus reicht nicht. Ein Schloss muss her. Einmal auf den Geschmack gekommen, wünscht sie immer weiter: König, Kaiser, Papst. Zum Schluss will sie sogar sein wie Gott. Damit ist der Bogen überspannt – und sie landet wieder in ihrer kleinen Hütte am See.

Also lieber bescheiden bleiben und nichts auf den Wunschzettel schreiben? Dietrich Bonhoeffer sagt: „Nicht alle unsere Wünsche, aber alle seine Verheißungen erfüllt Gott.“ Das ist gut zu wissen, wenn es anders kommt, als wir uns das gewünscht haben – auch in unserem Leben. Und es öffnet das Herz für das eine, große Geschenk zu Weihnachten: Das Kind in der Krippe! Die Geburt des Christkindes war das allererste Weihnachtsgeschenk der Welt. „Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn“ – so beschreibt es der Apostel Paulus (Gal 4,4). Weihnachten als Lösegeld für die Vielen, die Jesus als ihren Retter annehmen. Und die offen sind für den Reichtum von so ganz anderer Qualität als alles, was es in dieser Welt an wünschen können.

Pastor Volker Milkowski, Stifts-Kirchengemeinde Wunstorf