„Muss nur noch kurz die Welt retten...“ - 29.4.17

Als ob jemand die Welt retten könnte, mal eben im Vorübergehen. Aber die Tendenz ist da: das Leben ist grenzenlos. So sieht es jedenfalls aus, das ist ein Lebensgefühl in unserer Gesellschaft. Da wird maximaler Einsatz im Beruf erwartet. Überstunden sind selbstverständlich.  Oder da hat jemand viele hundert „FreundInnen“ bei Facebook und verbringt jeden Tag mehrere Stunden am Laptop, um Nachrichten und Mitteilungen zu lesen. Andere verhalten sich nicht nur sportlich, sondern betätigen sich beinahe grenzenlos im Sport, ohne Profi zu sein.

Unsere Welt ist grenzenlos geworden. Wir setzen alles ein für den Beruf, für die Familie, für die Freizeit, leben grenzenlos. Das kann durchaus lange Zeit funktionieren. Bis dann doch die eigenen Grenzen erreicht sind, bis Körper und Seele dieses grenzenlose Leben nicht mehr mitmachen. Hoffentlich geschieht das nicht in Form eines Zusammenbruches oder durch Depressionen, Notwendig ist eine massive Lebensänderung, nämlich durch das Wahrnehmen der eigenen Grenzen.

Denn wir haben Grenzen, jede und jeder von uns. Grenzen der Möglichkeiten, aber auch Grenzen der Belastung. Diese können sehr verschieden sein.

Unser Leben kann eher gelingen, wenn es gelingt, die eigenen Grenzen anzuerkennen und mit ihnen zu leben. Das kann bedeuten, immer wieder bewusst Pausen einzulegen, Auszeiten zu planen oder kreativ tätig zu werden.

Übrigens: auch berühmte Männer und Frauen hatten und haben Grenzen. Sogar Jesus. Mitten im Trubel zog Jesus sich zum Gebet in die Einsamkeit zurück: „Und als Jesus sich von ihnen getrennt hatte, ging er hin auf einen Berg, um zu beten.“ (Lukas 6,46) Er leistete sich das, obwohl Menschen ihn suchten und von ihm Hilfe erwarteten.

Wenn Jesus solche Pausen nötig hatte und damit seine Grenzen beachtete, wieviel mehr gilt das dann  für uns!

Eine gute Woche wünscht Ihnen Friedrich Kanjahn, Pastor in Mardorf und Schneeren