„Hetz mal den Apfel reif“ - 4.3.17

Mit der Passionszeit hat am Aschermittwoch auch die Fastenaktion „7 Wochen Ohne“ der evangelischen Kirche begonnen. Seit mehr als 30 Jahren lädt „7 Wochen Ohne“ dazu ein, die Zeit zwischen Aschermittwoch und Ostern bewusst(er) zu erleben und zu gestalten. Millionen Menschen lassen sich jährlich durch die Fastenaktion der evangelischen Kirche ein wenig aus ihrem alltäglichen Trott bringen. In diesem Jahr steht die Passionszeit unter dem Motto: „Augenblick mal! – Sieben Wochen ohne sofort“.

So begleitet mich in dieser Woche der Spruch des Philosophen und Autoren Manfred Hinrich: „Hetz mal den Apfel reif!“ Diesen Spruch musste ich auch erst zweimal lesen, bevor ich diesen und das dazu gehörigen Bild eines kleinen Zweiges eines Apfelbaumes mit zwei kleinen und wahrscheinlich noch nicht ganz reifen Früchten verstand. „Hetz mal den Apfel reif“ – schlagartig wurde mir die Unmöglichkeit dieses Vorhabens deutlich. „Alles hat seine Zeit“ ist die Woche vom 1. bis 7. März 2017 weiterhin überschrieben und ich möchte ergänzen: Alles braucht nun einmal seine Zeit. So braucht der Apfelbaum die Frische des Frühlings und die Wärme des Sommers, im Laufe derer er aufblühen kann und seine Früchte heranreifen. Und im Spätsommer dann, wenn die Abende schon wieder kühler werden und sich das Laub beginnt bunt zu färben, ist es soweit: Die Äpfel werden geerntet und Mensch erfreut sich ihrer einmaligen Frische, ihres süßen Saftes und ihres vollmundigen Geschmacks.

„Hetz mal den Apfel reif“ – wie der Apfel seine Zeit braucht zu reifen, so hat auch jedes andere Ding unter der Sonne seine Zeit. Geben wir doch ein jedem seine Zeit und versuchen erst gar nicht den Apfel reif zu hetzen; zumindest sieben Wochen ohne SOFORT.

Und so grüßt Sie aus Kolenfeld und wünscht „Gutes Gelingen“

Ihre Vikarin Kerstin Wackerbarth