„ Der Mai ist gekommen…“ - 5.5.18

In vielen Frühlingsliedern wird er besungen--- der Monat Mai, der alles neu und die Seele frisch und frei macht und ringsum mit Sonnenschein glänzt. Explosionsartig sind in den warmen Tagen die Knospen an Bäumen und Blumen aufgesprungen und haben mit Duft und Farbenpracht die Natur verändert. Igel, Dachs, Hamster, Siebenschläfer wachen aus dem Winterschlaf auf, und wir Menschen fühlen uns so ähnlich. Lebenslust erwacht. Es zieht uns nach draußen, wenn die Sonne wieder auf die Haut scheint. Wir leben auf, könnten förmlich über Mauern springen. Lebenslust – Lebensmut – Lebensfreude: Blumen, Wanderungen durch die Natur in der Sonne oder Abende im Garten unter dem Sternenhimmel, Singen, Musik, Lachen, Freude.

Was bedeutet eigentlich das Wort Wonne? “, so fragte mich kürzlich jemand. Er hatte das Wort in der Bibel gefunden und in Psalm 36 gelesen: „Wie köstlich ist deine Güte, Gott, dass Menschenkinder unter dem Schatten deiner Flügel Zuflucht haben! Sie werden satt von den reichen Gütern deines Hauses, und du tränkst sie mit Wonne wie mit einem Strom.“

Wonne-- ein altes Wort, bei uns nur noch selten benutzt. In der Bibel kommt es mehrfach vor. Die Worterklärung beschreibt es als einen Zustand höchsten Glücksgefühls, Wohlbehagens, tiefer inniger Freude und Glückseligkeit.

In seinen Versen besingt der Psalmbeter die grenzenlose Güte Gottes und bekennt: In all seiner unendlichen Größe neigt sich Gott jedem einzelnen Wesen zu. Ist es nicht wunderbar und schier unglaublich, dass Gott trotz so viel menschlicher Unzulänglichkeit weiter mit Güte für uns da sein will und dass seine Wahrheit immer noch ein Stück weiter reicht als das, was Menschen anrichten auf dieser Erde?

Ich wünsche uns, dass wir nicht nur im Wonnemonat Mai sondern an jedem neuen Morgen, in jedem neuen Frühling, in jedem Erwachen und Wachsen der Natur die Güte Gottes wahrnehmen und erkennen können.

Erce-Inga Frost, Lektorin in Wunstorf